Der Sumpf der Korrektur

Einen Roman zu schreiben ist an sich ja schon ein ziemliches Stück Arbeit, aber… Wenn man dann fertig ist, und sich zurück lehnt und sein Werk nochmal überfliegt, fallen dann doch so einige Sachen auf:

  • Tippfehler, die es durch die Rechtschreibkorrektur geschafft haben (z.B. das Schaffen vs.  wir schaffen das. Da es Schaffen/schaffen gibt, rutscht das durch)
  • Wortdreher im Satz
  • Worte, die einfach mal fehlen
  • Sätze/Absätze, die mittendrin den Sinn ändern
  • Charaktere und Orte, deren Namen mehrere unterschiedliche Schreibweisen haben

Ja, und da watet man (also ich) durch seinen eigenen Roman, als hätte man ihn noch nie zuvor gelesen und muss gleichzeitig nach all diesen Fehlern jagen. Das fühlt sich dann schon so an, als würden fleischlose, kalte Hände an deiner Seele kratzen und Schatten, die aus den Schlünden zwischen den Welten hervorgequollen sind, deinen Willen zerschmettern wollen… Äh ja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht, aber ich bleibe eben gerne in der Stimmung von Das Obsidiantor.

Ist schon alles etwas mühselig, aber, wie schon die Alchemisten der Renaissance wussten:

Ad Astra, per Aspera!

Also mache ich weiter, irgendwann ist auch dieser Teil der Arbeit erledigt.

 

Header Image (c) Nele Diel, die auch mein Cover gemalt hat. Fair Use.

Es ist Vollbracht! Das Obsidiantor – Eine Zusammenfassung der Ereignisse

Nach zwei Generationen Krieg ist die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und Welt der Toten brüchig und das Land selbst stirbt. Die Nekromanten unter der Führung der von Mordigan, dem Wächter des Totenreichs, erwählten Durelge stellen sich der Aufgabe, ihre Heimat zu retten und das Gleichgewicht der Welt wieder herzustellen.

Es ist Vollbracht. Nach sechs Monaten Arbeit und einem Tagespensum von ca. 500 Worten, mit Urlaubsunterbrechung und Korrekturen ist Das Obsidiantor nun in der ersten Rohfassung fertig und diese ging mit einem Expose bereits an einen Verlag. Mal sehen, was jetzt als nächstes geschieht.

obsidiantor_ausschnitt

Ich hatte mir kurz überlegt, ob ich hier nicht eine Zusammenfassung des Romans reinsetze, da könnten dann aber Spoiler drinne sein. Dann habe ich mir überlegt, die Spoiler lassen .sich ja entfernen, also, hier eine Zusammenfassung der 70.878 Worte langen Endversion:

Die alte Nekromantin Durelge ist während des seit zwei Generationen im Reich Thalesme herrschenden Krieges auf dem Weg nach Vereste, der größten Stadt an der Ostküste, da ihr nomandisches Leben zu unsicher geworden ist.

Auf dem Weg dahin kommt sie in die Nähe eines Dorfes, das gerade plündernden Soldaten zum Opfer fällt und beschließt, die Plünderer ihrer untoten Gefolgschaft einzuverleiben. Außerdem findet sie im Dorf zwei überlebende: Eine junge Mutter, Somne, und deren Säugling, Zarneth. Sie schwört beide zu schützen, warum, weiß sie zunächst selbst nicht, und macht sich mit ihnen weiter auf den Weg. Somne hat nachdem sie Durelges Obsidianmesser berührt eine Vision vom Obsidiantor in der eine Stimme nach Durelge ruft. Jetzt weiß Durelge, warum sie Somne und Zarneth schützt und beschließt, mit ihnen zum Obsidiantor in den Bergen im Süden zu gehen. Das Obsidantor ist das Heiligtum des Wächters des Totenreiches, Mordigan.

Außerdem wird Durelge klar, dass Somne viele der Geister der Toten ihres Dorfes in sich aufgenommen hat und der Säugling Zarneth wahrscheinlich selbst eines Tages ein Nekromant sein wird.

Bei ihrer Wanderung abseits der alten Handelsstraße kommen sie durch verlassene Dörfer und brach liegende Felder. In der ersten Nacht werden sie von drei wie besessen kämpfenden Kriegern, die für Aocha kämpfen angegriffen. Keiner weiß, wer Aocha ist, aber Somne teilt Durelge mit, dass die Krieger, die ihr Dorf plünderten ebenfalls „Aocha“ geschrien haben.

Einige Tage später stoßen Durelge und Somne auf ein Lager, in dem Flüchtlinge aus einer zerstörten Stadt, weit von ihrer Heimat unter der Führung eines erfahrenen Offiziers ein einigermaßen angenehmes Leben führen. Unter den Bewohnern sind zwei Priester des Fruchtbarkeitsgottes Lerges, zu dem auch Somne betet, deren Tempel, der größte des Gottes, wurde mit der Stadt zerstört. Beide hatten bereits Visionen, dass Durelge kommen würde.

Durelge, Somne und Zarneth bleiben dort einige Tage nach Fürsprache durch die Priester und Somne bekommt vom Waffenschmied des Lagers einen Speer geschenkt, in dessen Umgang sie von der Priesterin Gemetu und dem Schmied unterwiesen wird.

Nachdem sie das Lager wieder verlassen haben, treffen Durelge, Somne und Zarneth in der nächsten Nacht auf einen kleinen Trupp Aochanahänger. Somne gerät in Raserei und tötet alle im Alleingang, dabei kämpft sie nicht nur mit ihrem Speer sondern ruft auch die Kälte aus den Schluchten, die die Welt der Lebenden von den Toten trennt, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Der nächste Halt ist die Stadt Erech, aber als sie dort ankommen, ist die Stadt tot. Alle Einwohner [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

In Vereste angekommen, machen die drei im Haus des Nekromanten Hecho, einem alten Freund Durelges, halt und bereiten sich auf den Weg zum Obsidiantor vor. Durele berichtet Hecho und Lagela, einer Nekromantin die ebenfalls in Vereste wohnt, von dem, was in Erech passiert ist. Sie beschließen, während Durelge zum Obsidiantor geht, weitere Nekromanten zusammen zurufen und herauszufinden, was in Erech geschehen ist, wenn Durelge zurück ist.

Nachdem Durelge das Obsidiantor gefunden hat, spricht sie in Mordigans Halle mit [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

Zurück in Vereste berichtet Durelge, was sie erfahren hat und geht mit ihrem Wissen auch zum König von Vereste, der von ihrer Offenheit überrascht ist und nach Fürsprache der Priester der Kegra, der Hauptgötter Verestes, bereit ist, ihr zu helfen und gegen die Kriegshorden Aochas, deren Ziel der Tod des Landes selbst ist, zu kämpfen.

Die Nekromanten gehen nach Erech und finden heraus,[INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

Wieder zurück in Vereste trennt sich der Nekromant Melcha von den anderen um nach Hause zurück zukehren. Dort angekommen findet er [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

In Vereste wird die Offensive gegen Aocha geplant, zunächst werden mit Hilfe teils Untoter Streitmachten kleinere Kriegshaufen des Zornigen Gottes besiegt und deren Krieger ebenfalls zu Untoten gemacht. [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

Die Nekromanten ziehen geschlossen zum Obsidiantor, um dort die „Gemeinschaft des Obsidiantors“ zu gründen. [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

Nachdem nun Frieden eingekehrt ist, beginnt der Wiederaufbau. Der König von Vereste schickt eine Expedition nach Westen, die alte Handelsstraße entlang, da man Gerüchte gehört hat, es gäbe dort ein neues Reich, in dem auch Frieden herrscht. [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

 

Das Buch endet mit einer Szene zwischen [INFORMATIONEN WEGEN SPOILERN ZURÜCKBEHALTEN]

Manche Untote sind einfach schrecklicher als andere

Jeder gute, d.h. kompetente, Nekromant weiß, dass Untoter nicht gleich Untoter ist und manchmal sehen sich selbst Nekromanten mit Untoten konfrontiert, die selbst nach ihren Maßstäben entsetzlich sind, was uns zu folgender Szene bringt (ein kleiner Auszug aus Das Obsidiantor, der hoffentlich gefällt).

Von einem Augenblick zum nächsten wehte eine kalte Sturmböe über das Schlachtfeld und Hecho wusste, das es kein natürlicher Wind sein konnte. Sein Atem zeichnete sich vor seinem Gesicht ab, und er begann zu zittern. Die Kälte der schwarzen Schluchten verbreitete sich auf dem Schlachtfeld. Er sah in die Richtung aus der der Wind wehte, doch dieser war so scharf, dass Hecho die Augen schließen musste. Dann wurde der Schlachtenlärm noch lauter als irgendwo vor ihm eine weitere Streitmacht in den Kampf eingriff. Der folgende Jubel der Verbündeten sagte ihm, dass auch diese Neuankömmlinge Feinde des Propheten waren.

Der Jubel hielt jedoch nicht lange an, denn wer immer da kämpfte, scherte sich wenig um die, die unter ihren Waffen fielen. Schon bald hatte diese Streitmacht einen Keil zwischen die Verbündeten und die Krieger Aochas getrieben. Die Verbündeten zogen sich vor der schwarzen Kälte zurück, während die seltsame Streitmacht es mit beiden Kriegshaufen Aochas aufnahm.

Hecho beobachtete fast so entsetzt wie fasziniert, dass die neue Streitmacht ebenfalls aus Leichnamen bestand. Aber es waren untote Krieger einer Art, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Ihre Haut war von schwarzen Adern durchzogen und anstelle eines Gesichts hatten sie nur eine einzige Fläche aus Dunkelkeit. Einen Gegener ohne Gesicht zu bekämpfen war selbst für viele der fanatisierten, aufgepeitschen Aochakrieger mehr als sie ertrugen. Viele versuchten zu fliehen aber kaum einem gelang es. Wen diese gesichtslosen Kadaver niederstreckten, der erhob sich sogleich wieder an deren Seite und kämpfte mit ihnen. Die Krieger Aochas hatten nie ein Chance. Jeder der Gesichtslosen konnte es mit dreien der ihren aufnehmen und erschuf zugleich neue Kadaver, denen sich die roten Krieger entgegen stellen mussten. Der Kampf war schon bald zu Ende und die Verbündeten sahen sich einer Streitmacht Kadaver gegenüber, deren Macht sie nicht einschätzen konnten. Doch diese Kadaver standen jetzt nur da und griffen nicht an.

„Was sind das für Kreaturen, Nekromant?“ flüsterte König Deresnatil zu Hecho, doch der alte Nekromant schüttelte nur den Kopf, er wusste die Antwort selbst nicht. Dann teilte sich die seltsame Streitmacht und ein Mensch schritt heraus. Sein Körper war von Zeichen bedeckt, die Hecho nur in den finstersten Visionen von den Schluchten zwischen der Welt der Lebenden und der Toten gesehen hatte. Wer immer dieser Nekromant war, er war weiter gegangen, als ein Lebender dies hätte tun sollen und als er näher schritt erkannte Hecho, dass es Melcha war.

„Melcha mein Freund, was hast du getan?“ flüsterte der Nekromant, mehr zu sich selbst als zu seinem Freund.

„Ich habe getan, was nötig ist.“ antwortete Melcha. „Ich stelle dem roten Tod einen mächtigeren Tod gegenüber, an dem er zerschellen soll.“ seine Stimme war ebenso kalt, wie der unnatürliche Wind, der von seiner Streitmacht zu den verbündeten wehte.

faceless undead monstrocity

 

Artwork © Otto Lehtonen
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Die Karte von Thalesme ist in Arbeit

Ein Roman, in dem eine ganze Menge Leute umher reisen, um Aufgaben für [Spoiler getilgt] und deswegen [Spoiler getilgt], ist es irgendwann mal nötig, aufzuzeichnen, wie die Gegend aussieht, durch die die Protagonisten ziehen.

Aus diesem Grund habe ich mir mal einige Tutorial-Videos angesehen und mich hingesetzt. Die Karte des Reichs Thalesme ist bei weitem noch nicht fertig, aber ein paar wichtige Orte und Landschaftsmerkmale sind schon drauf.

 

Das Work in Progress sieht so aus:

 

karte_thalesme